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gesprengte ketten

 
Eine Freundin von mir ist von ihrem Urlaub auf Spanien zurück und hell begeistert, weil sie dort einen spirituellen Supergau erlebt hat. Sie war nämlich auf einen dieser Ella Camps, die auf dem ersten Blick ganz normale Ferienanlagen sind, aber dort drinnen findet man jede Menge durchgeknallter Typen auf der Suche nach dem ultimativen Glück.
Ella ist irgendein so abstraktes Wesen, das auf der Erde den Menschen den Weg zum Glück weisen sollte und dazu noch recht seltsame, aber revolutionäre Vorstellungen a la „Ich bin, was ich erlebe“ hat. Es gibt doch viele unter uns, die noch immer glauben, sie seien das, was sie dächten. Der berühmte Aphorismus „Ich denke also bin ich“ wird hier vergnüglich zerfetzt, weil nach mehreren Jahrzehnten Psychoanalyse mittlerweile jeder weiß, dass wir die Welt und damit die Wirklichkeit lächerlich wenig mit unserem bewussten Verstand wahrnehmen. 90 % der Wahrnehmung wird von unserer Brille gefärbt, die wir aufgesetzt haben. Momentan ist meine Brille mal wieder ziemlich lila.
Mein Unterbewusstsein ist aber auch ganz schön keck, denn unlängst hatte ich einen erotischen und wilden Traum von einer Frau, die zwar schon ziemlich ein heißer Feger ist, aber ansonsten einfach nur abstoßend ist und für mich so erregend ist wie ein Gurken-Käse-Sandwich. Über den weiteren Verlauf des Traum möchte ich erstmal mit meinem Therapeuten reden …
Aber es läuft eben darauf hinaus, dass wir mit unserer Wahrnehmung unsere eigene Realität erschaffen. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß, so wie wir das gerne hätten. Vielleicht kann ein kleiner Vergleich mal auf die Sprünge helfen.
Stell dir vor du bist Musiker und hast dir ein Instrument ausgewählt, mit dem du ein kleines Liedchen spielen willst, und jetzt mitten im Lied kommt ein anderer hinzu, der sich ein anderes Instrument geschnappt hat und nun mit dir das gleiche Lied musizieren will.
Dann kommen noch weitere dazu und geben jetzt deinen Song zum Besten, aber nicht damit du mehr Freude hast, sondern jeder hat seine eigenen Gründe, dieses Lied zu spielen.
Heißt das nun, dass alle Menschen, die mir begegnen, nur mit mir zusammen kommen, weil sie auf dieselben Dinge abfahren?
Nicht ganz, manche spielen mit dir einfach so, weil sie glauben, spielen zu müssen, obwohl sie es gar nicht mögen.
Sie haben sich dazu entschieden in ihrer Realität zu leben, obwohl sie es gar nicht wollen oder brauchen. Manchmal spielen wir eine Rolle und merken es nicht einmal und wir verwechseln und selbst mit der Rolle, wir nehmen an einem Stück teil, das eigentlich gar nichts unserer ist, aber weil wir es glauben, wird es zu unserer Realität. Meine Rolle ist es irgendwie, dass ich meine anderen helfen zu wollen. Aber eigentlich vernachlässige ich mich damit selbst und laufe mit zerzaustem Haar rum, weil ich keine Zeit hab mir Haarpackungen zu machen, weil ich für andere da sein muss und außerdem könnte ich mir Schoko kaufen und dann verzückt meinen Finger über die Schoko gleiten und ihn dann ekstatisch in meinen Mund stecken …
Vielstudentin meinte am 12. Feb, 20:38:
Ist lila nicht die Farbe der sexuell Frustrierten?
Meine Lieblingsfarbe ist übrigens auch lila. Was ich davon halte weiß ich noch nicht so genau...
Ich kenne übrigens keinen Mann, der sich Haarpackungen macht ;-) Oder besser: Jetzt kenn ich schon einen *g*
Und: Wenn Schoko, dann Zotter, gell? *g* 
Shania meinte am 12. Feb, 22:57:
erinnert mich irgendwie an Celestine und ihre Prophezeiungen ... 
 

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